Albert Stegemann informiert sich beim Caritasverband Emsland

Soziale Verantwortung, Wahlkreis - 02. September 2020

Meppen. Im Zuge der Corona-Pandemie mehren sich auch die Schlagzeilen von häuslicher Gewalt, Einsamkeit bei Senioren und steigenden Zahlen bei Suchterkrankungen. Über die Auswirkungen der Pandemie sprach der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann mit dem Geschäftsführer der Caritas im Emsland, Marcus Drees. „Isolation, Existenzängste und fehlende Lebensfreude treten während der Pandemie deutlicher hervor als sonst. Gerade in diesen Zeiten sind Anlaufstellen wie die Caritas von existenzieller Bedeutung“, unterstreicht Stegemann im gemeinsamen Gespräch.

Die Bewältigung der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie konnte der Verband durch einen bestehenden Pandemieplan, Krisenteams vor Ort und bereits digitalisierte Abläufe in der Pflege ohne Lockdown meistern. Nicht erst die Einstufung als „systemrelevante Berufe“ brachte die Erkenntnis, dass die Dienste des Caritasverbandes entscheidend für die Bewältigung der Krise sind. „Wir bemerken, dass der Beratungsbedarf steigt. Besonders in den Bereichen Sucht, häusliche Gewalt, Arbeitslosigkeit und Schulden erreichen uns täglich Anfragen. Gerade mit Blick auf die finanzielle Situation habe ich Sorge, dass die Schirme löchrig werden“, erläutert Marcus Drees besorgt dem Abgeordneten.

Soziale Auswirkungen der Corona-Pandemie machen sich bereits bemerkbar

Ferner bat Drees um Erhaltung des Erfolgsprojekts „U25-Online Suizidprävention“ im Emsland und um weitere Unterstützung. Das Projekt ist ein bundesweites Online-Beratungsangebot für suizidgefährdete Jugendliche bis 25 Jahre. Kostenlos und anonym können hier Jugendliche Hilfe durch Gleichaltrige ehrenamtliche Betreuer finden. Am Standort im Emsland gingen 176 Anfragen von Jugendlichen aus der ganzen Republik im Jahr 2019 ein, die durch 29 speziell durch die Caritas ausgebildete jugendliche Betreuer beraten wurden. Gefördert wird die Arbeit vom Bundesfamilienministerium.

„U25 ist wie ein Tagebuch, das antwortet. Es hilft nicht nur den Betroffenen, sondern lässt unsere Ehrenamtlichen mit jeder Anfrage wachsen und schafft vor Ort Sensibilität für das Thema“, unterstreicht Drees. Stegemann erklärt, dass er sich für den Standort Emsland stark machen möchte: „Was die Jugendlichen hier leisten, gebührt mein größter Respekt. Das Emsland, als einziger Standort im ländlichen Raum, muss kommunal und bundesweit gesichert werden. Manche Herausforderungen im dörflichen Lebensumfeld können einfach von Ehrenamtlichen aus dem ländlichen Raum besser nachvollzogen werden.“

Neben dem vorgestellten U25-Projekt wies Drees darauf hin, dass die Zeit der Corona-Pandemie in allen Bereichen des Caritasverbandes eine stärkere Inanspruchnahme digitaler Angebote zur Folge hat. Dazu erklärte Stegemann abschließend: „Ich bin beeindruckt von den innovativen Lösungen, die für die Menschen in Not hier geschaffen werden. Trotzdem gilt meine größte Wertschätzung den zahlreichen Tätigen im sozialen und pflegerischen Bereich, die trotz Abstand im direkten Kontakt mit den Menschen arbeiten.“

Foto (v.l.n.r.): Marcus Drees (Geschäftsführer Caritasverband für den Landkreis Emsland), Albert Stegemann MdB
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