Nordhorn. Am Mittwoch referierte Karl Schiewerling in Nordhorn darüber wie Politik mit christlich sozialem Kompass gelingen kann. „Uns als CDU geht es immer um gerechte Chancen und Teilhabe“, betonte der arbeits- und sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Zum Austausch bei Kaffee und Kuchen hatten die Senioren Union und der Evangelische Arbeitskreis der CDU eingeladen.
Der Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers betonte in seinem Grußwort vor rund 40 Gästen im Restaurant Deters, dass nur das verteilt werden könne, was erwirtschaftet wird. Wie oft dies ignoriert werde, erlebe er aktuell in Hannover. Karl Schiewerling wurde vom Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann angekündigt. „Es freut mich wirklich, dass Du heute hier bist. In Berlin bist du seit vier Jahren mein Chef in der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales. Und du hast mich wie kaum ein zweiter Mensch in dieser Zeit geprägt.“ Schiewerling sei ein Brückenbauer mit einem Wertekompass, der immer einen klaren Kurs für die Menschen vertrete.
Der Münsterländer Schiewerling dankte Stegemann für die geleistete Arbeit. „Ihr Abgeordneter hat sich eine hohe Expertise erarbeitet und zuletzt die Verbesserung der Arbeitnehmerrechte in der Fleischwirtschaft maßgeblich vorangetrieben.“ In seinem Vortrag machte Schiewerling deutlich, dass wir in einer Zeit der wegbrechenden Gemeinschaften und Werte leben. Daher müsse sich jeder die Frage stellen, aus welchen Werten heraus er Politik mache. „Hier gibt das Grundgesetz mit seinen christlich humanistischen Werten Orientierung“, so der Sozialpolitiker.
Ein zentraler Eckpfeiler seien die Familien. „Hier werden Kinder geboren und zu lebenstüchtigen Menschen erzogen. Wenn die Familien aber nicht funktionieren, wird es teuer für den Sozialstaat“, mahnte Schiewerling. Daher lege die CDU in den kommenden Jahren einen deutlichen Schwerpunkt auf die Familienförderung.
Mit Blick auf die Gerechtigkeitsdebatte zitierte er den Philosophen John Rawls. „Es gibt viele Formen der Gerechtigkeit: die Verteilungs-, Bedarfs-, Chancen-, Teilhabe- aber auch die Leistungsgerechtigkeit. Uns als CDU geht es dabei immer um gerechte Chancen und Teilhabe.“ Daher habe sich die CDU weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit und gegen alle Widerstände für das Pilotprogramm RESPEKT für schwer zu erreichende Jugendliche eingesetzt. „Wir blicken auf jeden einzelnen nicht auf Systeme. Mit dem Programm wollen wir daher unabhängig von den Kostenträgern die Menschen erreichen, die viele und häufig sie sich selbst schon abgeschrieben haben.“
In diesem Zusammenhang betonte er, dass es zwar Reformen im Sozialbereich geben müsse. „Wir müssen aber unbedingt am Grundgedanken des Fordern und Förderns festhalten. Es kann nicht christlich sein, jemanden nur zu alimentieren ohne ihm eine Chance der Entwicklung zu geben“, so der 66-Jährige.
Im Anschluss wurden die Situation in der Pflege sowie die Rente diskutiert. Aktuell würden Rentner und Beitragszahler von der guten Entwicklung profitieren. Und für die kommenden Jahre seien die Weichen gestellt. „Wir müssen aber Antworten für die jungen Menschen von heute finden. Dieser Frage wird jedoch kein Wahlkampf gerecht. Daher wollen wir, dass eine breit getragene Kommission in zwei Jahren konkrete Vorschläge für die Zeit nach 2030 vorlegt“, betonte Schiewerling.
Der Vorsitzende der Senioren Union Johann Diekjakobs und der Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises Ewald Mülstegen dankten Karl Schiewerling für sein Engagement für die Sozialpolitik in Deutschland. „Sie haben immer den Ausgleich zwischen den Menschen im Blick und tragen zum Gelingen unserer Gesellschaft bei“, schloss Mülstegen.



Spelle. Das Familienunternehmen August Storm GmbH & Co. KG in Spelle beeindruckt selbst Politiker aus der Landeshauptstadt Hannover. Das wurde jetzt bei einem Besuch des stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Dirk Toepffer, gemeinsam mit dem hiesigen Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann und weiteren Vertretern der CDU deutlich.
Das Familienunternehmen STORM besteht seit 1937 in dritter Generation, erläuterte Prokurist Markus Großekemper. Heute erwirtschaften die Mitarbeiter der STORM-Gruppe einen Jahresumsatz von fast 100 Millionen Euro – mit steigender Tendenz. Laut Großekemper liegen die Unternehmensschwerpunkte im Bereich Service beziehungsweise Instandsetzung für Motoren, Verdichtern, Antriebe sowie deren Komponenten und Technologie. „Wir sind einer der größten unabhängigen Service-Dienstleister für Motoren in Europa. Unsere Kunden können sich nicht nur auf unsere Qualität, sondern auch auf unsere umfassende und professionelle Beratung verlassen. Dafür stehen wir mit unserer 80-jährigen Erfahrung“, so Großekemper.
Überrascht zeigte sich Toepffer, der im Landtag für die Bereiche Wirtschaft und Arbeit zuständig ist, vom hohen Anteil an Lehrlingen. Die gut 450 Mitarbeiter zählende Unternehmensgruppe weist mit rund 50 Auszubildenden einen weit konzernüberdurchschnittlichen hohen Anteil an Lehrlingen auf. „Bei uns werden alle Auszubildenden nach ihrem erfolgreichen Abschluss übernommen“, unterstrich zudem Manager Großekemper.
Der CDU-Wirtschaftspolitiker Dirk Toepffer lobte nach einem Rundgang durch die Betriebshallen den Speller Unternehmergeist und bedankte sich für die interessanten Einblicke. „Firmen ihres Schlags kann es in Niedersachsen nie genug geben“, so Toepffer. Dem konnten Albert Stegemann, Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf und der ebenfalls anwesende CDU-Landtagsabgeordneten Heinz Rolfes nur beipflichten:
„Bei einer Arbeitslosenquote von rund 1,5 Prozent in Spelle kann man dank der örtlich verwurzelten und teils international agierenden Unternehmen von Vollbeschäftigung sprechen“, so Hummeldorf. Zugleich mahnte er an, dass diese gute Arbeit im westlichen Niedersachsen in Hannover entsprechend gewürdigt und unterstützt werden müsse.
Für Stegemann sei es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von zentraler Bedeutung, dass wir in den kommenden Jahren in ganz Deutschland Vollbeschäftigung erreichen. „Deutschland muss dank Firmen wie STORM ein innovatives Land bleiben mit neuen, zukunftssicheren Arbeitsplätzen. Davon profitieren alle über höhere Löhne, mehr Steuereinnahmen und mehr Wohlstand für unser Land“, so der Arbeitsmarktpolitiker.

Bei einem Rundgang durch die Apothekenräume erläuterte die Filialleiterin Conny Determann die vielfältigen Aufgaben einer Vor-Ort-Apotheke. Mit ihrem fünfköpfigen Team versorgt sie ihre Kunden mit Arzneimitteln, Medizinprodukten und den entsprechenden Dienstleistungen, vom Medikations-Check bis zur Botenlieferung. „Der persönliche Kontakt ist sehr wichtig. Wir kennen unsere Patienten und können sie optimal beraten.“ Auch die patientenindividuelle Herstellung von Arzneimitteln ist eine wichtige Aufgabe. Besonders beeindruckt zeigte sich der Abgeordnete von der Kapselherstellung für Kinder mit schweren Erkrankungen.
Zentrales Gesprächsthema war das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober 2016, das es ausländischen Versandapotheken erlaubt, die deutsche Arzneimittelpreisverordnung zu umgehen. „Dies gefährdet unsere Existenz und die aller Apotheken“, so Conny Determann. Während die Vor-Ort-Apotheken Rezepturen herstellen sowie Nacht- und Notdienste leisten – beides Zuschussgeschäfte –, beteiligen sich die ausländischen Versender nicht an diesen Gemeinwohlpflichten.
Für Stegemann ist es wichtig, in den ländlichen Räumen auch künftig eine verlässliche Gesundheitsversorgung sicherzustellen. „Dazu gehört für mich auch die Apotheke mit ihrem Notdienst und das niederschwellige Angebot zur kompetenten persönlichen Beratung. Gerade erkrankte Menschen brauchen im Zweifelsfall einen Ansprechpartner vor Ort. Wenn diese Struktur einmal zerschlagen ist, holen wir diese nicht einfach so zurück. Die Verlierer sind dann die Sozialschwachen und die Bildungsbenachteiligten“, so Stegemann.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte daher vorgeschlagen, vorerst zur Regelung von vor 2004 zurückzukehren: Dem Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Die SPD habe sich jedoch gegen eine Einigung gestellt.
Für Stegemann ist daher klar, dass das Thema in der nächsten Legislaturperiode erneut auf den Tisch kommen muss. „Wir wollen bezahlbare Medikamente. Wir wollen aber auch, dass die Apotheker für Ihre Arbeit anständig bezahlt werden. Ansonsten ist die flächendeckende Versorgung durch Vor-Ort-Apotheken gerade in unserem ländlichen Raum bedroht.“ In 21 von 28 EU-Staaten ist der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln verboten.
Die Caritas und das Diakonische Werk im Emsland und der Grafschaft Bentheim haben am 29. August mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann über die soziale Herausforderungen in der Region gesprochen. Eingeladen hatten die vier Geschäftsführer Hermann Josef Quaing (Grafschafter Caritas), Dorothea Währisch-Purz (lutherische Diakonie), Volker Hans (reformierte Diakonie) und Marco Drees (Caritas Emsland).
Im Gepäck hatten die Sozialverbände konkrete Forderungen für sieben Themen unter dem Motto „Jeder braucht ein Stück vom Kuchen“. Der Bitte an den Abgeordneten eine Patenschaft für ein Kapitel zu übernehmen kam Stegemann gerne nach. Für ihn sei das Kapitel „Soziale Arbeit sichert die Zukunft unserer Gesellschaft“ absolut unterstützenswert. Stegemann hierzu: „Der Einsatz in den sozialen Berufen geht bei vielen Beschäftigten weit über das normale Maß hinaus. Pflegende und Krankenschwestern sind häufig nachts und am Wochenende rund um die Uhr im Einsatz. Daher möchte ich gern dazu beitragen, dass diese Leistung stärker wahrgenommen und soziale Arbeit mehr Anerkennung erhält.“ Die Ideen von Caritas und Diakonie brächten seiner Meinung nach vieles von dem auf den Punkt.
Die Sozialverbände vereinbarten mit dem Abgeordneten, dass sie sich im Laufe des kommenden Jahres wieder zusammensetzen, um über die Entwicklung zu sprechen. In diesem Zusammenhang verwies Stegemann auch auf die bereits erfolgten gesetzlichen Änderungen der vergangenen Jahre. „So wurde mit den drei Pflegestärkungsgesetzen und der Reform der Pflegeberufe wichtige Schritte zur besseren Anerkennung und Vergütung getan.“ In diesem Zuge wurde auch deutschlandweit das Schulgeld in der Altenpflege abgeschafft. Das Hauptproblem sieht der Politiker weiterhin in der unterschiedlichen Bezahlung in den Bundesländern. So erhalten Pflegekräfte in Niedersachsen etwa 20 Prozent weniger als in Nordrhein-Westfalen.

Lohne. Der Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann besuchte das Unternehmen ABS Fachmarkt-Systeme. Erst kürzlich hat ABS im Lohner Gewerbegebiet an der Autobahn 31 eine neue Lagerhalle errichtet. „Die gute Entwicklung bei ABS beeindruckt. Sie sind der Stilist für modernes Ladendesign“, betont Stegemann. Begleitet wurde er vom CDU-Ortsvorsitzenden Dieter Nüsse.
Geschäftsführer Hubert Schnieders führte die Gäste durch das Unternehmen. „Wir entwickeln seit 1990 das Innenleben von Fachmärkten in ganz Deutschland und in den Nachbarländern. Dabei begleiten wir den Kunden von der Beratung bis zur Eröffnung und bieten den kompletten Fachmarkt aus einer Hand“, betont Schnieders. Einer der jüngeren Beispiele sei etwa der Markt in Uelsen.
Um im Wettbewerb bestehen zu können, setze man auf ein modernes innovatives Design. Um dem Kunden attraktive Preise bieten zu können, arbeite ABS zudem seit gut acht Jahren mit Herstellern aus China zusammen. „Das klappt sehr gut. Allerdings müssen wir Lieferzeiten von bis zu 12 Wochen einplanen. Um dennoch jederzeit auf Kundenwünsche reagieren zu können, war ein neues Lager nötig“, so Schnieders.
Mit dem größeren Lager ist dies nun möglich. Auch die Zahl der Mitarbeiter ist auf mittlerweile zwanzig angewachsen. Und so ist die nächste Baumaßnahme im Verwaltungsbereich bereits fest geplant.
Beim anschließenden Frühstück diskutierten die Mitarbeiter mit Stegemann. Eine große Sorge sei die Pflege der Eltern im Alter. „Wie können wir das neben der Erziehung der Kinder zeitlich aber auch finanziell stemmen? Wie groß sind die finanziellen Folgen?“, fragt ein Mitarbeiter. Stegemann betont, dass die Pflegeversicherung ein Teilkaskosystem sei. Angehörigen blieben also in der Pflicht. Gleichwohl nur im zumutbaren Maße. So sei das das eigene Haus der Angehörigen ebenso geschützt wie ein Schonvermögen. Gleiches gelte beim Nettoeinkommen. „Klar ist jedoch auch, dass sich viele Familien weit über den rechtlichen Rahmen hinaus für Ihre zu pflegenden Angehörigen einsetzen. Diese unterstützen wir gezielt im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze.“ Insgesamt stünden 20 Prozent mehr Geld zur Verfügung.
Zugleich wurde diskutiert, wie eine gute Vorsorge für das Alter aussehen könne. „Das treibt die Menschen uns, wir dürfen uns aber nicht von Horrorszenarien verunsichern lassen“, so Stegemann. Wichtige Reformen seien umgesetzt. „Bei Menschen, die aufgrund von Krankheit vorzeitig in Rente gehen müssen, streben wir weitere Verbesserungen an. Und wer länger arbeiten will, muss das ebenfalls unkompliziert tun können.“ Klar sei für Stegemann aber auch, dass jeder über die gesetzliche Rente hinaus etwas für sein auskömmliches Leben im Alter tun muss. „Hierzu kann die betriebliche und private Altersvorsorge ebenso beitragen, wie die eigenen vier Wände.“ Weitere Themen waren der Fachkräftemangel in der Region und die geplanten Entlastungen bei der Einkommenssteuer.

Spelle. Gemeinsam mit Vertretern der CDU informierte sich nun der Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann über die Pläne der St. Martin Pflege GmbH in Spelle. „Es ist beeindruckend, was alle Seiten in Spelle und Schapen auf die Beine stellen“, so Stegemann nach dem gemeinsamen Rundgang.
Geschäftsführer Christoph Prekel stellte den Gästen den aktuellen Sachstand vor. „Das Gelände soll so gestaltet werden, dass zum einen Raum für weitere Bewohner entsteht. Zudem wollen wir das Stift mit samt der Kapelle stärker ins Leben der Gemeinde integrieren.“ Hierfür seien die Sanierung des St. Johannesstifts, der Neubau von zwei ambulant betreuten Wohngemeinschaften sowie die Errichtung einer Tagespflege geplant. Eine weitere Wohngemeinschaft soll in Schapen entstehen. Das gesamte Vorhaben beläuft sich auf gut 7,3 Millionen Euro.
Beim Ideenwettbewerb unter vier Architekten hat sich das B-Werk durchgesetzt. „Die Speller Architekten stehen hinter dem Vorhaben und haben sich gute Gedanken über eine gute und bezahlbare Umsetzung und Nutzung gemacht“, bestätigt Heimleiterin Elsbeth Dagge. Für Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf ist das Projekt eine große Chance. „Die Menschen sollen ihren Lebensabend in Spelle verbringen können. Hierfür haben wir mit der St. Martin Pflege GmbH und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen verlässlichen und vertrauensvollen Partner.“
Diese Einschätzung teilt Stegemann. „Das Projekt ist auf Jahrzehnte angelegt. Schnellschüsse bringen da nichts. Zudem wird der von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eingeschlagene Weg, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen, aufgegriffen.“
Für die aktuelle Arbeit im Pflegebereich mahnt derweil Heimleiterin Elsbeth Dagge an, dass die Hilfskräfte mehr Kompetenzen bräuchten. „Diese sind entsprechend ausgebildet, dürfen aber anders als Angehörige (oder auch Hilfskräfte im Bundesland NRW) zum Beispiel keine Kompressionsstrümpfe anlegen.“ Stegemann teilt diese Kritik. „Gerade bei wiederkehrenden Arbeiten ohne unverhältnismäßiges Risiko müssen wir den Hilfskräften mehr zutrauen. Das ist eine Frage der Anerkennung aber auch der langfristigen Arbeitsfähigkeit in der Pflege“, so der Abgeordnete.
Denn gerade im pflegerischen Bereich werden mehr helfende Hände gesucht. Schon heute arbeiten 300 Mitarbeiter für die St. Martin GmbH in Spelle, Schapen und Freren. Weitere fünfzig Arbeitsplätze sollen mit den aktuellen Plänen hinzukommen.
Zudem unterstützen aktuell rund 20 Jugendliche die Einrichtung in der Abendhilfe. Diese entlasten die Fachkräfte und werden an den Beruf herangeführt. Prekel hofft so auf weitere Auszubildende. Dass dies durchaus funktionieren kann, zeigen die ersten fünf Jahre des Projekts. In dieser Zeit konnten so vier Personen für eine Ausbildung gewonnen werden. „Besonders stolz sind wir auf die rund 180 Ehrenamtlichen unter dem Dach der St. Martin Pflege, die bei Ausflügen, in der Kapelle, Essen auf Rädern, der Tagespflege und vielem mehr helfen und für viel Miteinander sorgen“, freut sich Prekel.
Das ist laut Stegemann der richtige Ansatz. „Jeder soll seinen Weg finden und den von ihm gewünschten Berufsweg einschlagen. Um eine gute Entscheidung treffen zu können, müssen aber Einblicke ins tatsächliche Berufsleben möglich sein“, so Stegemann. Darüber hinaus hat die St. Martin Pflege ein Ausbildungskonzept für Quereinsteiger erarbeitet. „Wir suchen Menschen die Lust auf die Arbeit mit älteren Menschen haben. Und gerade nach oder in der Familienphase suchen viele eine neue Herausforderung im Berufsleben.“
Der ambulante Pflegedienst unter dem Dach der St. Martin Pflege bietet häusliche Pflege sowie hauswirtschaftliche Dienste und Betreuung für über 300 Menschen sowie zweimal wöchentlich eine Betreuungsgruppe. Weiterhin koordiniert er das Essen auf Rädern in den Samtgemeinden Spelle und Lengerich, das von ehrenamtlichen Helfern gefahren und ins Haus bzw. die Wohnung gebracht wird.

Nordhorn. Am Freitag besuchte der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Berling den Gartenbaubetrieb Franz Piepel in Nordhorn. Eingeladen hatte der Gartenbaukreisverband Ems Vechte. „Es ist gut, dass die schlagkräftige Truppe die Herausforderungen im Gartenbau gemeinsam angeht“, so Stegemann. Im Frühjahr haben sich die drei Verbände Bentheim, Lingen und Meppen zum Gartenbaukreisverband Ems Vechte zusammengeschlossen.
Künftig wollen die Gartenbauer noch stärker mit einer Stimme sprechen. Die Fusion sei allerdings auch nötig geworden, weil die Zahl der Gärtnereien insgesamt zurückgehe. „Die steigenden Anforderungen von Seiten der Politik aber auch der Kunden und der internationale Wettbewerb machen den Gartenbauern zu schaffen“, so Lutz Arnsmeyer vom Wirtschaftsverband Gartenbau aus Hannover.
Heute ist der Gartenbau ein hochspezialisierter Bereich der Landwirtschaft. In Unterglasanbau können wetterunabhängig bei hohen Investitionskosten die Bedürfnisse der Kunden bedient werden. Der umweltschonende und qualitativ hochwertige Anbau findet von Mitarbeitern mit viel Fachwissen und Erfahrung statt.
Dies wird im Gartenbaubetrieb Piepel deutlich. Der 1953 von Franz Piepel senior gegründete Betrieb beschäftigt ganzjährig zwanzig Mitarbeiter. Anfang des Monats hat zudem eine Mitarbeiterin Ihre Ausbildung begonnen. „Wir sind sehr froh, dass wir sie haben. Früher waren es regelmäßig vier bis fünf Auszubildende. Aber auch bei uns ist der Fachkräftemangel spürbar“, beschrieb Pieper den Wandel.
Piepel ist als regional verankerter Familienbetrieb in kleinen Schritten gewachsen. 2007 kam der Standort an der Lingener Straße 151 hinzu, nachdem Hermann Schröder die dortige Gärtnerei aufgegeben hatte. Heute produziert er auf rund 17.000 Quadratmetern etwa 6,5 Millionen Jungpflanzen und Stecklinge sowie 350.000 Fertigpflanzen. „Damit gehören wir zu den Kleinen in der Branche“, so Piepel, für den die Grenznähe einen besonderen Wettbewerb mit sich bringt.
Piepel startete daher vor drei Jahren den Verkauf an Endkunden im neuen 400 Quadratmeter großen Verkaufsgewächshaus an der Lingener Straße. Der Verkauf von Mitte März bis Oktober werde von den Kunden gut angenommen und steuert rund zehn Prozent des Umsatzes bei. Bürgermeister Berling begrüßt diesen Weg. „Eigene Waren aus Nordhorn sind bei vielen Kunden geschätzt“, so Berling. 90 Prozent der angebotenen Waren stammen aus eigenem Anbau. Gleichwohl sei das Potenzial in der dünnbesiedelten Grafschaft für Direktvermarktung begrenzt.
Zudem trägt die Branche den gesellschaftlichen Wünschen Rechnung. Die regionalen Gartenbauer setzen auf energiefreundliche Produktion, torfreduzierte Pflanzsubstrate und einen integrativen und biologischen Pflanzenschutz. „Zur Wahrheit gehört aber, dass es ganz ohne Torf und Pflanzenschutz nicht geht“, so Arnsmeyer, der auf mehr Ehrlichkeit in der öffentlichen Debatte hofft.
Hubert Bernzen vom gleichnamigen Blumenhaus im Twist bestätigt dies. „Wir Forschen und Experimentieren aktuell mit Ersatzprodukten. In einzelnen Bereichen gelingt das. Die Pflanze darf aber zum Beispiel beim Kunden nicht vertrocknen. Daher stehen wir noch am Anfang und brauchen die nötige Zeit“, so Bernzen. Die Gesprächsteilnehmer vereinbarten mit Stegemann im Falle möglicher Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl ein erneutes Gespräch, um die Anliegen der kleinen und Gärtnereien einbringen zu können.
Zum Abschluss unterstrich Berling die Bedeutung der regionalen Gartenbauer: „Mit Piepel haben wir ein sehr wertigen Betrieb in Nordhorn, der seit vielen Jahren die zweimal jährlich wechselnde Bepflanzung für den Tierparkkreisel stiftet. Dieser ist gewissermaßen der Willkommensgruß der Stadt Nordhorn an seine Gäste.“
Spelle. Auf Vorschlag der Mitarbeiter der St. Martin Pflege GmbH in Spelle hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann die Patenschaft für einen Bereich der „Charta für eine gerechte Sozialpolitik“ von Caritas und Diakonie in Niedersachsen übernommen. „Das Kapital ‚Soziale Arbeit sichert die Zukunft unserer Gesellschaft‘ ist absolut unterstützenswert, weil es von der Bezahlung bis zur verdienten Anerkennung der Mitarbeiter vieles auf den Punkt bringt“, so Stegemann.
Der Einsatz in den sozialen Berufen geht für Stegemann bei vielen Beschäftigten weit über das normale Maß hinaus. „Pflegende und Krankenschwestern sind häufig nachts und am Wochenende rund um die Uhr im Einsatz. Das ist kaum sichtbar, bewirkt aber unglaublich viel“, so Stegemann. Daher wolle er gern dazu beitragen, dass diese Leistung stärker wahrgenommen und anerkannt werde.

Der Geschäftsführer der St. Martin GmbH Christoph Prekel bedauert, dass gerade in der öffentlichen Wahrnehmung negative Schlagzeilen den Ton angeben. „Die Skandale einiger Weniger bleiben hängen. Die alltäglich geleistete Arbeit nicht“, so Prekel. Daher begrüßt er die sofortige Bereitschaft des Abgeordneten, das Anliegen der sozialen und pflegerischen Arbeit öffentlich zu unterstützen.
„Mit den drei Pflegestärkungsgesetzen und der Reform der Pflegeberufe haben wir in den letzten Jahren wichtige Schritte zur besseren Anerkennung und Vergütung getan“, betont Stegemann. Zuletzt habe der Bundestag deutschlandweit das Schulgeld in der Altenpflege abgeschafft. Ziel der CDU sei es, dass dieses nun auch für die Ausbildung der Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden und weiterer Heilberufe entfällt. Um die Fortschritte zu erörtern, ist ein Anschlussgespräch in einem Jahr fest eingeplant.
Caritas und Diakonie werben aktuell mit der Charta „Jeder braucht ein Stück vom Kuchen …“ für soziale Gerechtigkeit in Niedersachsen. Dort beschreiben diese in sieben Grundsätzen ihre Ziele für eine Gesellschaft, in der Menschenrechte und die Würde aller Menschen umgesetzt werden.
Das Kapitel „Soziale Arbeit sichert die Zukunft unserer Gesellschaft im Wortlaut:
„‚Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird,
freuen sich alle Glieder mit ihm.‘ (Die Bibel, 1. Korinther 12,26)
Soziale Arbeit sichert den solidarischen Zusammenhalt von Menschen, deren Leben unterschiedlich verläuft. Deshalb braucht unsere Gesellschaft Menschen, die – hauptberuflich und ehrenamtlich – andere unterstützen. Dazu muss Soziale Arbeit wertgeschätzt, verlässlich refinanziert und fair entlohnt werden
Konkret heißt dies:
• Soziale und pflegerische Arbeit muss vernünftig entlohnt werden. Die Refinanzierung der tariflichen Bezahlung aller Mitarbeitenden muss gesichert sein.
• Der Wettbewerb innerhalb der Sozialbranche darf nicht über die Lohnkosten, sondern muss über die Qualität des Angebots gewährleistet werden. Deshalb fordern wir umgehend einen Tarifvertrag Soziales.
• Die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen müssen es ermöglichen, dass ausreichend Vollzeitstellen geschaffen werden können.
• Eine gute und qualifizierte Ausbildung in den sozialen und pflegerischen Berufen schafft eine wesentliche Grundlage für die Soziale Arbeit und wirkt dem Fachkräftemangel entgegen.
• Freiwilligenarbeit ist ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft. Sie braucht gute Rahmenbedingungen und verdient Anerkennung.“
Meppen. Der Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann hat das Sozial-Pädiatrischen Ambulanz- und TherapieZentrum für Kinder, kurz SPATZ, im Ludmillenstift in Meppen besucht. Beim Gespräch mit dem Team unter Leitung von Chefarzt Dr. med. Christoph Matthaei wurde deutlich, wie wichtig die optimale Unterstützung in den ersten Lebensjahren ist. „Wir können die Arbeit in TherapieZentren wie dem SPATZ gar nicht hoch genug einschätzen, um dem Ziel der Chancengleichheit zum Start des Lebens möglichst nahe zu kommen“, so Stegemann.
In diesem Jahr feiert das TherapieZentrum 15-jähriges Jubiläum. „Damals war die Zeit reif für eine Einrichtung für entwicklungsauffällige sowie geistig, körperlich und seelisch behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder“, erinnert sich Dr. Matthaei. Diese können im SPATZ umfassend und ganzheitlich betreut werden. Das interdisziplinäre Team besteht mittlerweile aus 35 Mitarbeitern aus allen medizinischen Disziplinen.

Das TherapieZentrum wird nach Überweisung durch den Kinderarzt tätig. Dabei sei das Angebot vielfältig. „So haben wir etwa für Kinder mit Regulationsstörung, sogenannte Schreikinder, das Spatzennetz“, nennt Dr. Matthaei ein Beispiel. Das SPATZ nimmt dabei auch die Eltern in den Blick. „Gerade Mütter entwickeln schnell Schuldgefühle. Wir nutzen daher Videointeraktionstraining zur Beziehungshilfe zwischen Mutter und Kind“, so Dr. Dorothee Veer.
Beim gemeinsamen Frühstück sprach das Team mit Stegemann über die Situation der Kinder im Vergleich zu früher sowie über optimale Startbedingungen für alle Kinder. „Im Rückblick hat es früher wohl nicht weniger Probleme gegeben. Damals haben die Kinder häufig aber mehr darunter gelitten“, so Dr. Matthaei. Auf der einen Seite habe es früher mehr Orte mit idealen Bedingungen gegeben wie so mancher Bauernhof, auf dem sich die Kinder austoben konnten. Auf der anderen Seite sei die Sensibilität der Eltern, Lehrer und Erzieher heute deutlich höher. „Gerade in den ersten Berufsjahren stehen besonders Erzieher vor der großen Herausforderung, die Entwicklung eines Kindes richtig einzuschätzen. Insgesamt hat sich hier aber viel getan“, so Dr. Veer.
Die Mitarbeiter im TherapieZentrum empfehlen mit Blick auf künftige Entwicklungen gut gemischte Teams in Schulen und Kindertagesstätten mit viel Lebenserfahrung. Aus ihrer Sicht liegt der große Vorteil vom SPATZ in den kurzen Wegen zwischen den Experten. Zudem könne man sich die Zeit nehmen, um Hintergründe bei Auffälligkeiten abzuklopfen.
15 Jahre nach dem Start stehen nun Veränderungen an. Für Dr. Matthaei geht es im kommenden Jahr in den wohlverdienten Ruhestand. Auf ihn folgt Dr. med. Dorothee Veer als Leitende Ärztin. Zudem plane man aktuell ein medizinisches Zentrum für Erwachsene mit geistiger oder mehrfacher Behinderung, kurz MZEB. „Hier haben wir noch viel Arbeit vor uns. Gerade der Übergang zur Volljährigkeit bereitet vielen Probleme.“ Zwar seien Übergänge bei Stichtagen immer schwierig, so Stegemann, gleichwohl sagte er seine Unterstützung zu. Daneben soll das SPATZ in den kommenden Jahren in die neuen Räumlichkeiten des Krankenhauses umziehen. Es bleibt also auch beim TherapieZentrum viel in Bewegung.