Berlin. „Was die beiden Jungs auf die Beine gestellt haben, ist wirklich eine tolle Sache. Natürlich muss ich dann auch zu meinem Wort stehen“ so der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann zur Unterschriftaktion der Drittklässler Maximilian Bramlage und Zain Elbaz aus Meppen (die MT berichtete am 16. Juni 2017). Bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in der letzten Sitzungswoche in Berlin überreichte Stegemann die Unterlagen mit den besten Wünschen aus dem Emsland.

Die beiden Schüler der Marienschule haben sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Problem der Verschmutzung der Weltmeere beschäftigt. Nach vielen Gesprächen mit Lehrern, Freunden und den Familien fassten sie schließlich den Entschluss, selbst etwas zu tun. In den folgenden Wochen sammelten sie mehr als 3.200 Unterschriften zum Schutz der Meere. Am 15. Juni stellten sie in der Marienschule ihre Arbeit vor und überreichten unter großen Beifall der Mitschüler die gesammelten Unterschriften an den Politiker. Vor allem hatten sie einen Wunsch: auch die Bundeskanzlerin soll davon erfahren.
Für Stegemann war sofort klar: „Da mache ich mit! Das ist eine klasse Sache, dass sich die Kinder nicht nur mit einem Thema beschäftigen, sondern dann noch aktiv werden und ihre Mitschüler und Familien mit ins Boot holen.“ Vor allem müsse gehandelt werden, so Stegemann weiter. Nicht ohne Grund habe die Bundesregierung beim Treffen der führenden Industrienationen in Elmau 2015 in dieser Frage Druck gemacht. Beschlossen wurde hier ein konkreter Aktionsplan, den auch die G20-Staaten anschließend ratifiziert haben. Nach dem Gespräch mit der Bundeskanzlerin ist sich Stegemann sicher, dass auch beim aktuellen Gipfeltreffen in Hamburg über das Thema gesprochen werden wird.
Bad Bentheim. Kürzlich besuchte der Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann die Autowerkstatt Richelmann in Bad Bentheim. Dort sprach er mit dem Geschäftsführer Otto Richelmann sowie den Mitarbeitern über die Automobilbranche sowie über gesellschaftliche Herausforderungen. „Gerade für wie Autowerkstätten ist es unheimlich schwer geworden, qualifizierten Nachwuchs zu finden“, betonte Albert Stegemann, der vom CDU-Ortsvorsitzenden Marcel Speker begleitet wurde.

Der Betrieb Otto Richelmann blickt auf eine stolze Unternehmensgeschichte zurück. Das Familienunternehmen wurde 1893 gegründet. Nur sieben Jahre nach dem Carl Benz das Motordreirad Modell Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 entwickelte. Und so gilt das Jahr 1886 als Geburtsjahr des modernen Automobils mit Verbrennungsmotor. „Bei uns steht noch heute der Kunde und sein Auto im Mittelpunkt“, betont Richelmann. Daher habe man im Zuge des Abgasskandals die seit 1953 bestehende Vertragspartnerschaft mit Volkswagen beendet. „Wir wurden von oben allein gelassen und konnten den Kunden nicht mehr glaubwürdig gegenübertreten.“
Derweil hat die Arbeit der zehn Mitarbeiter gerade im Bereich der Oldtimer-Restauration einen überregional hervorragenden Ruf. „Wir haben Kunden aus ganz Deutschland, die unsere Arbeit und Qualität schätzen.“ Beim gemeinsamen Frühstück diskutierten die Mitarbeiter mit Albert Stegemann über die alltäglichen Schwierigkeiten. Im Betrieb sei es schwierig, geeignete Auszubildende zu finden. „Den Jugendlichen wir eingeredet, dass sie studieren müssen, um eine Chance im Leben zu haben, obwohl es für viele gar nicht das Richtige ist.“
Für Stegemann ist es daher wichtig, Schulabgängern Lust auf die duale Ausbildung zu machen. „Schüler, die sich in der Schule schwer tun, können in der passenden Ausbildung richtig durchstarten. Zugleich ist die duale Ausbildung bei der Beratung am Gymnasium häufig noch ein blinder Fleck.“ Hier hofft er im Zuge des Fachkräftemangels auf eine Aufwertung der Ausbildungsberufe.
In der Familie stellten die Mitarbeiter mit Blick auf die eigenen Kinder derweil fest, dass der Erwartungsdruck an Kinder immer weiter zunehme. „Zugleich fehlen durch die verpflichtende Ganztagsschule aber Freiräume für die Entfaltung im außerschulischen Bereich.“ Hier drohen Familie und der Vereine weiter an Bedeutung zu verlieren.
Diese Entwicklung sieht auch Stegemann und fürchtet, dass sie in Teilen zulasten der persönlichen Entwicklung gehe. Gleichwohl warb er um Verständnis für die Aufwertung der Schule. „Die Politik trägt einem gesellschaftlichen Wunsch Rechnung. Und es gibt viele Kinder, für die diese intensivere Betreuung eine echte Chance ist.“ Alle waren sich jedoch einig, dass dies nicht zulasten intakter Familienstrukturen gehen dürfe.
Berlin. Die amtierende Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Frau Dr. Angela Merkel wird am 13. September 2017 in Lingen zu Besuch sein. Darüber informierte die CDU den Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann. „Das ist eine große Sache für unsere Region. Die Kanzlerin hält große Stücke auf das Emsland und die Grafschaft Bentheim. Wenn wir uns in Berlin unterhalten, erkundigt Sie sich häufig nach der Entwicklung vor Ort“, so Stegemann.
Den Coup möglich gemacht hat Stegemann gemeinsam mit der CDU in Niedersachsen. In den letzten Jahren fanden viele Gespräche über einen möglichen Besuch statt. Nun steht fest: Merkel wird am 13. September 2017 um 17 Uhr einen großen Auftritt in Lingen bekommen. „Aktuell laufen die Planungen an. Vermutlich wird es eine Großveranstaltung auf dem Lingener Marktplatz geben.“
Für den kommissarischen CDU-Kreisvorsitzenden Christian Fühner ist der Besuch der Bundeskanzlerin auch ein Zeichen der Anerkennung: „Die CDU in unserer Region stand auch in schwierigen Zeiten an der Seite der Kanzlerin. Wir freuen uns auf den Besuch von Angela Merkel und werden sie hier herzlich empfangen.“
Das Emsland und die Grafschaft Bentheim erfreuen sich bei den Spitzenpolitikern großer Beliebtheit. So bezeichnete Bundespräsident Joachim Gauck das Emsland bei seinem Besuch 2016 als „schönes Stück Deutschland“. Daniela Schadt war in Ihrer Zeit als „First Lady“ gleich zweimal in der Region. Die Kanzlerin war zuletzt 2010 in Lingen und sprach dort mit der Belegschaft vom Kernkraftwerk Emsland.
Für weitere öffentliche Auftritte eines Kanzlers in Lingen muss man derweil weit zurück in die Geschichte gehen. Der jüngst verstorbene ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl war 1976 zu Besuch auf dem Marktplatz Lingen – damals noch als Kanzlerkandidat. 21 Jahren früher am 15. April 1955 war mit Konrad Adenauer dann tatsächlich ein amtierender Bundeskanzler in Lingen und wurde im Rathaus der Stadt empfangen.
Berlin. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Deutsche Bundestag den Weg freigemacht für mehr öffentliches WLAN in Deutschland. „Die Störerhaftung in Deutschland ist abgeschafft. Das heißt deutlich weniger Rechtsunsicherheit für Anbieter von WLAN und eine große Chance für das Emsland und die Grafschaft Bentheim“, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordneter Albert Stegemann.
Künftig sind Betreiber eines öffentlichen WLAN-Hotspots weitgehend von möglichen Regressforderungen, insbesondere bei Abmahnungen, befreit. Vorgesehen ist nun, dass Anbieter Hotels und Kommunen auch weiterhin eigene Sicherheitsmaßnahmen wie die Vorschaltung eines Passworts nutzen dürfen, sie müssen es aber nicht.
Stegemann begrüßt es, dass diese Entscheidung nach intensiven Diskussionen endlich gefallen sei. Diese sei bis zuletzt hoch umstritten geblieben, weil diese Öffnung weniger Rechte für Urheber und Rechteinhaber bedeute. „Gerade in den ländlichen Räumen sind wir aber auf WLAN angewiesen. Dass wir dabei noch viel Nachholbedarf haben, ist vor allem der bisherigen Rechtsunsicherheit geschuldet. Nun kann Deutschland durchstarten.“
Das Emsland sei aus Sicht Stegemanns in dieser Sache bereits mutig vorangegangen. Im April hatte der Landkreis angekündigt 200 kostenlose WLAN-Punkte anzubieten. „Ich hoffe, dass wir mit dem heutigen Beschluss viele weitere Akteure in der Region ermutigen können, WLAN anzubieten.“ Für Stegemann sei die Verfügbarkeit von WLAN ein wichtiger Standortvorteil. „Im Hotel, in Cafés oder auf öffentlichen Plätzen erwarten die Menschen mittlerweile freies Internet.“
Die Änderung wird durch das Dritte Gesetz zur Änderung des Telemediengesetzes (TMG) umgesetzt und greift dabei Vorgaben des Europäischen Gerichtshofes und des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2016 auf.
Berlin. Passend zum Internationalen Tag der Genossenschaft am 01. Juli hat der Deutsche Bundestag gestern Erleichterungen für unternehmerische Initiativen aus bürgerschaftlichen Engagement und einen Bürokratieabbau bei Genossenschaften beschlossen. „Wir erleichtern die Gründung unternehmerischer Initiativen wie beispielsweise Kitas oder Dorfläden. Zudem werden Genossenschaften unbürokratischer und Investitionen besser finanzierbar“, betont der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann in diesem Zusammenhang.
Genossenschaften haben für Stegemann gerade in ländlichen Räumen eine wichtige Rolle. „Sie stiften Identität und Zusammenhalt. Zugleich lassen sich so wichtige Aufgaben der Versorgung in der Fläche organisieren.“ Derzeit gebe es eine neue Genossenschaftsbewegung. Viele Gründungen gingen aber an der Rechtsform der Genossenschaft vorbei.
Nirgends in Europa außer in Österreich gebe es so weitgehende Pflichten für Genossenschaften wie in Deutschland. Die Reform reagiert hierdrauf und ist zudem das Ergebnis der zunehmenden Zurückhaltung der Behörden, Dorfläden, Kitas und ähnlichen Einrichtungen den Zugang zur Rechtsform des wirtschaftlichen Vereins zu ermöglichen.
Sehr kleine Genossenschaften müssen sich in Zukunft nicht mehr in jedem Jahr umfassend prüfen lassen. Damit würden Aufwand und Bürokratie für ehrenamtliche Initiativen verringert. Zudem erhöhen sich die Schwellenwerte für Genossenschaften, die sich einer Jahresabschlussprüfung unterziehen müssen. Künftig können sich alle Genossenschaften mit einer Bilanzsumme von unter 1,5 Millionen Euro und einem Umsatzerlös von unter 3 Millionen Euro von der Jahresabschlussprüfung befreien lassen.
Für Stegemann stellt die nun beschlossenen Änderungen einen guten Mittelweg zwischen angemessener Prüfung und dem vermeiden von unverhältnismäßigen Aufwand dar. Er geht davon aus, dass die genossenschaftliche Unternehmensform im Wettbewerb gestärkt werde. Zugleich erwartet Stegemann in Zukunft Änderungen im Vereins- und Genossenschaftsrecht. So sei etwa bei Dorfläden die Rechtspraxis weiter in der Bewegung.
Der Internationale Genossenschaftstag findet seit 1923 alljährlich am ersten Samstag im Juli statt. In Deutschland wurden die wohl erste Genossenschaft von Friedrich Wilhelm Raiffeisen 1847 gegründet. Seitdem stehen Genossenschaften in Deutschland für Solidarität und unternehmerisch verantwortungsvolles Handeln. Für Stegemann sind genossenschaftliche Strukturen zugleich auch ein Motor für gute wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in anderen Ländern dieser Welt.
Lingen. Der Bund erarbeitet einen neuen Lärmaktionsplan entlang der wichtigsten Bahnstrecken. Profitieren soll auch die Bahnstrecke von Rheine bis Lingen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann weißt in diesem Zusammenhang darauf hin, dass am 30. Juni die öffentliche Beteiligung beginnt.
Der neue Lärmaktionsplan bindet alle Haupteisenbahnstrecken ein – somit auch die Strecke von Rheine über Salzbergen und Emsbüren bis nach Lingen. Die erste Phase des Lärmaktionsplans startet am 30. Juni 2017 und läuft bis zum 25. August 2017. „In dieser öffentlichen Beteiligung kann sich jeder mittels des Fragebogen einbringen. Jeder kann seine individuellen Beschwerden und Verbesserungsvorschläge äußern.“
Der Fragebogen ist auf der Informationsplattform unter http://bit.ly/2oyptl9 verfügbar. „Dort können Betroffene ihre persönliche Belastungssituation durch Schienenlärm schildern. Ziel ist es, dass das Eisenbahn-Bundesamt die Anregungen in ihre weiteren Planungen einfließen lässt.“
Zugleich warnt Stegemann vor zu großen Erwartungen. „Beim Lärmschutz gibt es an anderen Streckenabschnitten deutlich mehr Handlungsbedarf. Gleichwohl haben wir viel für einen leiseren Schienenverkehr auf den Strecken im Emsland und der Grafschaft Bentheim erreicht.“ So hat der Bundestag zuletzt beschlossen, dass ab 2020 nur noch leise Güterzüge und Waggons zum Einsatz kommen. Bis dahin sollen alle Fahrzeuge umgerüstet sein.
Der eingeschlagene Weg sei laut Stegemann auch wirtschaftspolitisch richtig. „Die geplante Stärkung des Güterverkehrs auf der Schiene kann nur gelingen, wenn damit keine unverhältnismäßigen Belastungen etwa durch Lärm entlang der Strecken einhergehen.“ Erst vor wenigen Tagen hatte der Verkehrsminister Dobrindt eine Halbierung der Schienennutzungsgebühren für rund 350 Millionen Euro zur Stärkung der Güterzüge vorgestellt.
Stegemann hat sich früh dem Lärmschutz an den Bahnschienen verschrieben. So war er bereits Mitte 2013 mit einer Delegation aus Lingen beim damaligen Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn, Georg Brunnhuber, im Berliner Bahn-Tower vorstellig geworden. „Die Mitbürgerinnen und Mitbürger haben ein Recht auf ein ruhiges Umfeld und einen ungestörten Alltag. Mit dem neuen Lärmaktionsplan machen wir nun den nächsten Schritt zu mehr Lebensqualität entlang der Schiene.“
Geeste. Kürzlich besuchte der Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann das Unternehmen Interbaustoff Kuhrs in Geeste-Osterbrock. Dabei sprach er mit dem Geschäftsführer Johannes Kuhrs sowie den Mitarbeitern über die Entwicklung in der Bauwirtschaft. „Die Baustoffhändler sind wichtige Partner für den Hausbauer“, betonte Albert Stegemann im Gespräch.

Kuhrs blickt mit seinem Unternehmen auf eine über 110-jährige Geschichte zurück. Seit der Gründung durch Johann Kuhrs 1903 hat sich das Unternehmen gut entwickelt. Mit Geschäften in Osterbrock-Geeste und Lingen ist das Unternehmen nah am Kunden. „Wir pflegen unsere intensive Beratung und betreiben in Lingen ein eigenes Fachgeschäft für Fliesen und Bad, um den Kunden eine für ihn optimale Entscheidung zu ermöglichen.“
Gleichwohl steht das Unternehmen wie die Branche insgesamt vor vielen Herausforderungen. „Die Auftragslage in der Baubranche schwankt stark. Im Moment gibt es viele Kunden. Das kann sich aber schnell ändern“, so Kuhrs. Zudem sei die Rendite im Baustoffhandel gering und der Verdrängungswettbewerb hoch. Daher sei es eine ständige Herausforderung erfolgreich zu sein und zu bleiben.
Dabei sei der Wunsch nach den eigenen vier Wänden im Emsland stark ausgeprägt. „Das was die Hausbauer aktuell an Zinsen einsparen, zahlen Sie durch gestiegenen Kosten an anderer Stelle häufig wieder drauf“, sorgt sich aber Stegemann. Das liege zum einen an den gestiegenen Ansprüchen. Zum anderen seien die Vorschriften etwa zur Dämmung in den letzten Jahren stark angestiegen. Hier wolle Stegemann in den kommenden Jahren genau hinschauen. „Der Nutzen einer jeden neuen Vorgabe muss immer größer ausfallen als die dadurch entstehenden Kosten bei der Installation und der Unterhaltung.“
Emsbüren. Mit Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums entwickelt die Firma Hölscher und Leuschner innovative Tierhaltungsformen. Am Dienstag hat sich der CDU-Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann vor Ort informiert, wie damit die Tierhaltung besser gemacht werden könnte. „Das Familienunternehmen Hölscher und Leuschner ist auf einem guten Weg die Anforderungen der Gesellschaft und die gute fachliche Praxis der Landwirte miteinander zu versöhnen“, so Stegemann.

Wie schwer es ist, einem mittelständigen Betrieb auf Kurs zu halten, wissen Dr. Richard Hölscher und Dr. Marc Leuschner. Beide führen das gleichnamige Familienunternehmen in zweiter Generation und als Stallbauer erleben sie aktuell stürmische Zeiten. „Gerade der emsländische Markt ist vor einigen Jahren sehr stark geschrumpft. Um zu überleben, setzen wir daher auf Innovationen und moderne Tierhaltungsformen.“
Dabei geben sich die beiden nicht damit zufrieden, dass die Fleisch- und Milchproduktion in Deutschland ein ähnliches Schicksal erleiden könnte wie die Eierproduktion. Mit dem Verbot der Käfighaltung 2010 war die Selbstversorgung in Deutschland zeitweise auf unter 60 Prozent eingebrochen. Heute stammt ein Großteil der verarbeiteten Eier aus dem Ausland – und aus ungewissen Haltungsformen.
Auch beim Fleisch droht eine ähnliche Entwicklung. Daher hält Dr. Hölscher, der selbst Schweine mästet, seiner Branche den Spiegel vor. „Wir haben uns beim Tierwohl und beim Grundwasserschutz viel zu lange mit bequemen Antworten zufrieden gegeben. Fehlentwicklungen wollten wir dagegen nicht wahrhaben.“
Daher hat das Unternehmen vor zehn Jahren umgelenkt und forscht an besserer Tiergesundheit und niedrigeren Umweltbelastungen. Hierbei profitiert das Unternehmen von der Innovationsförderung des Bundeslandwirtschaftsministeriums. „Ohne die Förderung könnten wir die Versuche und die wissenschaftliche Begleitung nicht stemmen.“ Mittlerweile hat bzw. nimmt die Firma Hölscher und Leuschner an sieben Forschungsvorhaben teil. „Es geht um Grundlagenforschung aber auch darum, Produkte zur Marktreife zu bringen.“ Daher sehen sie das noch von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer aufgelegte Innovationsförderprogramm als ein Glücksfall für die Branche, welches Modellcharakter für die gesamte Wirtschaft habe.
Zugleich sind sich die beiden Geschäftsführer sicher, dass die Landwirte sich nicht gegen Veränderungen sperren. „Allein bei der ‚Initiative Tierwohl‘ wollten mehr als doppelt so viele Landwirte teilnehmen, wie am Ende zugelassen wurden“, so Leuschner. Das was die Branche brauche, sei Zeit und die Sicherheit, dass die Lösungen tatsächlich funktionieren.
Ein weiteres Problem sei die Finanzierung. „Die Verbraucher wollen mehr Tierwohl. Freiwillig sind sie jedoch nicht bereit, mehr zu bezahlen.“ Dieses Dilemma müsse durchbrochen werden. Daher plädiert Hölscher für mehr Mut von Seiten der Politik. So könne er sich beispielsweise eine Umlagefinanzierung vorstellen, bei der auch ein Aufpreis auf ausländisches Fleisch fällig würde. Hierfür engagiert er sich in der Initiative „Stall und Gesellschaft“. Stegemann begrüßt die Überlegungen. Zugleich gab er zu bedenken, dass eine Kostensteigerung im Lebensmittelbereich die schwächeren der Gesellschaft am stärksten treffe. Eine Lösung müsse daher wohldurchdacht sein.
Nordhorn. Am Dienstag trafen sich die Geschäftsführung vom KreisSportBund Grafschaft Bentheim, kurz KSB, und der CDU-Bundestagesabgeordnete Albert Stegemann zum gemeinsamen Austausch. „Das starke Ehrenamt in unseren Sportvereinen braucht starke Partner. Dazu zählt neben dem Landkreis und den Kommunen ganz sicher auch der KreisSportBund“, betonte Stegemann im Gespräch.

Der KreisSportBund hat eine bewegte Zeit hinter sich. Vor rund einem Jahr zog er in die Räumlichkeiten „Am Sportpark“ in Nordhorn ein. Auch inhaltlich habe sich viel getan. „Wir nutzen die verbindende Kraft des Sportes und engagieren uns bei der Integration von Flüchtlingen sowie bei der Inklusion“, betonte Geschäftsführer Frank Spickmann. Dabei versteht sich der KreisSportBund als Dienstleister für die 121 Vereine mit ihren rund 50.000 Mitgliedern.
Und die Vereine treibt vor allem eine Sorge um: Wie kann das Ehrenamt gestärkt werden? „Ehrenamt muss Spaß machen“, stellt Spickmann klar. „Hierfür brauchen wir Anerkennung und vor allem gute Strukturen.“ An beidem hapere es häufig. Da zudem die Verantwortung und Haftung bei der Vorstandsarbeit weiter zunehme, schreckten Menschen davor zurück ein Amt zu übernehmen. Der KreisSportBund will daher den Vereinen helfen, ihre internen Strukturen zu verbessern.
„Zudem müssen wir die Ehrenamtlichen von überflüssiger Bürokratie entlasten, damit sie sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrierten können“, so der Abgeordnete. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass das Ehrenamt eine stärkere Rolle bei der Bildung spielen könnte. Insgesamt sorge sich Werner, dass über die formale Bildung der Wert der Arbeit in Vereinen verkannt werde. „Ein Übungsleiter auch im eigenen Betrieb ist für alle ein Gewinn. Er kann Impulse zum betrieblichen Gesundheitsmanagement geben, hat hohe soziale Kompetenzen und stärkt das Vereinsleben in der Nachbarschaft.“. Daher müsse es für Betriebe und Krankenkassen von Interesse sein, Ehrenamt neben dem Beruf zu ermöglichen.
Für Gisela Snieders sind die finanziellen Rahmenbedingungen wichtig. Sie brachte daher eine Anhebung der Übungsleiter- und der Ehrenamtspauschale ins Spiel. Stegemann sagte zu, dass er das Thema mit in mögliche Koalitionsverhandlungen nehmen wolle. Zuletzt wurden die Sätze 2013 auf 2.400 Euro beziehungsweise auf 720 Euro jährlich angehoben.
Insgesamt seien die Sportstätten in der Grafschaft gut ausgestattet. „Wir müssen nun daran arbeiten, dass dies auch in Zukunft so bleibt“, betonte Werner. Hierfür strebe der KSB einen „Pakt für den Sport“ mit dem Landkreis und den Kommunen an. Ziel müsse es sei, dass am Ende alle gestärkt aus einer engeren Zusammenarbeit hervorgehen. Aktuell würden hierzu Gespräche geführt.
Beim letzten Austausch vor zwei Jahren standen noch die Mindestlohnkontrollen in Fokus der Sorge der Sportler. Für Stegemann war immer klar, dass der Mindestlohn nicht das tatsächliche Ehrenamt in den Vereinen belasten dürfe. Es werde aber immer im Einzelfall um die Abgrenzung zwischen Arbeitnehmerverhältnis und Ehrenamt gehen. Daher hatte die CDU-Bundestagsfraktion dies zuletzt Ende März im Sportausschuss thematisiert und Rechtssicherheit für Vereine und Ehrenamtliche gefordert. „Es ist nach wie vor unklar, wie der Zoll bei Kontrollen vorgehen würde“, so Bodo Werner vom KreisSportBund. Gleichwohl gebe es hier keine akuten Sorgen.