Weiterhin hohe Energiepreise, langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie externe Schocks setzen gerade energieintensive Unternehmen unter Druck – auch bei uns in der Region. Um mir ein Bild von der aktuellen Lage zu machen, habe ich gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Gitta Connemann das Unternehmen Baerlocher in Lingen besucht und mich anschließend bei Deppe Backstein in Uelsen mit der Geschäftsführung ausgetauscht. Dabei ging es vor allem um die Frage, welche politischen Entscheidungen und Reformvorhaben den Industriestandort Deutschland wieder stärken können.

Bei Baerlocher in Lingen wurde deutlich, wie stark die hohen Energiekosten den Standort Deutschland belasten. Obwohl das Unternehmen international tätig ist, entfällt ein erheblicher Teil der Energiekosten auf die Produktion in Deutschland. Gleichzeitig berichtete die Unternehmensleitung von einem exorbitanten bürokratischen Aufwand durch zahlreiche Berichtspflichten. Positiv bewertet wurde dagegen, dass mit der Umsetzung des europäischen Omnibus-Verfahrens in nationale Gesetzgebung erste Erleichterungen im Immissionsschutzrecht auf den Weg gebracht wurden. Auch Investitionen in eine zukunftsfähige Energieversorgung am Standort Lingen waren Thema.

Beim Besuch bei Deppe Backstein in Uelsen standen die Lage der Baustoffindustrie und die Perspektiven des Wohnungsbaus im Mittelpunkt. Die Unternehmensleitung schilderte die Auswirkungen der anhaltend schwachen Bautätigkeit im privaten Wohnungsbau und machte deutlich, dass Investitionen zunehmend durch komplexe Vorgaben und langwierige Verfahren derzeit zusätzlich erschwert werden.

Was ich aus beiden Terminen mitnehme, ist vor allem eines: Unsere Unternehmen wollen investieren, Arbeitsplätze sichern und ihre Standorte weiterentwickeln. Dafür brauchen sie bezahlbare Energie, weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungen. Die unionsgeführte Bundesregierung hat bereits erste Schritte eingeleitet, um den Industriestandort zu stärken. Dazu gehören die Senkung der Stromsteuer für produzierende Unternehmen auf das europäische Mindestmaß, die Abschaffung der Gasspeicherumlage sowie weitere Maßnahmen zum Bürokratieabbau und zur Beschleunigung von Genehmigungs- und Planungsverfahren. Diesen Weg müssen wir konsequent fortsetzen. Nur durch weitere Reformen können wir wieder auf den dringend benötigten Wachstumspfad kommen.