
Die neue Schleuse Gleesen macht den Dortmund-Ems-Kanal fit für größere Güterschiffe. Bei der feierlichen Inbetriebnahme war ich dabei und habe mich gefreut, dass dieses lang erwartete Bauvorhaben jetzt unserer heimischen Wirtschaft zugutekommt. Denn viele Unternehmen in unserer Region brauchen die Wasserstraße, um Rohstoffe zu beziehen und ihre Produkte zu transportieren.
Dafür war die alte Schleusenkammer von 1914 längst zu schmal geworden. Mit ihren zehn Metern Breite konnte sie moderne Großmotorgüterschiffe nicht mehr aufnehmen. Die neue Kammer bietet eine nutzbare Länge von 140 Metern und eine Breite von 12,5 Metern. Damit können hier auch übergroße Güterschiffe mit bis zu 135 Metern Länge passieren. Ein zusätzliches Sparbecken hält einen Teil des Wassers für die nächste Schleusung zurück und senkt dadurch den Wasserbedarf.
Von diesen neuen Möglichkeiten profitieren nicht nur die Unternehmen. Ein voll beladenes Binnenschiff mit 3.000 Tonnen Tragfähigkeit kann bis zu 150 Lkw-Ladungen übernehmen. Mehr Güter auf dem Wasser können unsere Straßen entlasten und Lärm, Staus und Emissionen verringern. Deshalb ist der Schleusenausbau gut investiertes Geld: Unsere regionale Wirtschaft braucht eine starke Infrastruktur – auf der Straße, auf der Schiene und auf dem Wasser.
Über das Wasserstraßennetz verbindet der Dortmund-Ems-Kanal unsere Heimat mit wichtigen Industriegebieten und Seehäfen. Für seine Nordstrecke wird bis 2030 eine jährliche Transportmenge von rund 4,4 Millionen Tonnen erwartet. Damit der Kanal diese Aufgabe zuverlässig erfüllen kann, müssen auch die übrigen Schleusen für größere Schiffe ausgebaut werden.
Gleesen ist deshalb erst der Anfang: Insgesamt werden fünf Schleusen auf der Nordstrecke ersetzt. Neben Gleesen gehören Bevergern, Rodde, Venhaus und Hesselte dazu. Erst wenn die weiteren Engstellen beseitigt sind, können größere Schiffe die Strecke durchgehend nutzen. Jetzt heißt es also: Tempo halten und gerade bei Venhaus und Hesselte zügig vorankommen! Dass beide Anlagen in einem beschleunigten Verfahren früher ausgebaut werden sollen, begrüße ich. Der Landkreis Emsland hat dafür selbst Verantwortung übernommen und in den vergangenen zehn Jahren rund 3,6 Millionen Euro für Planungskosten aufgebracht.
Schiffe nutzen die neue Kammer bereits seit Oktober 2025, zunächst im Probe- und Parallelbetrieb. Nach der jetzigen feierlichen Inbetriebnahme stehen noch der Rückbau der alten Kammer und Restarbeiten bis 2027 an. Ich danke allen, die an Planung und Bau mitgewirkt haben und den Betrieb sicherstellen.

Gemeinsam mit meiner Bundestagskollegin, der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), Gitta Connemann, habe ich die Präsidentin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Anke Leue, ins Emsland eingeladen, um über den Ausbau des Dortmund-Ems-Kanal, den Neubau regionaler Schleusen und die Modernisierung wichtiger Brücken in unserer Region zu sprechen.
Der Dortmund-Ems-Kanal ist eine zentrale Wasserstraße für unseren heimischen Wirtschaftsstandort. Unsere heimische Wirtschaft und die Anwohnerinnen und Anwohner sind auf funktionierende Transportwege angewiesen. Deshalb ist es wichtig, die Infrastruktur Schritt für Schritt zu modernisieren. Im Mittelpunkt des Austauschs mit Anke Leue standen auch deshalb die geplanten Schleusen-Neubauten. Die Erneuerung der Schleusen ist notwendig, damit größere Großmotorschiffe den Dortmund-Ems-Kanal künftig besser nutzen können. So lassen sich mehr Güter effizient auf dem Wasser transportieren. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen und kann zugleich Straßen und Schienen entlasten.
Nach der bereits fertiggestellten Schleuse in Gleesen werden derzeit für Hesselte und Venhaus die nächsten Ausschreibungen vorbereitet. Dass an diesen Vorhaben trotz der angespannten Lage in den öffentlichen Haushalten festgehalten wird, ist ein wichtiges Signal für unsere Region.
Ein weiteres Thema waren ebenfalls die Brücken entlang des Kanals. Damit die Strecke insgesamt leistungsfähig wird, müssen auch Durchfahrtshöhen und Verkehrsführungen rund um die Brücken berücksichtigt werden. Besprochen wurde außerdem die Situation an der Kunkemühler Brücke in Emsbüren. Seit der Havarie im Mai 2020 bestehen dort erhebliche Einschränkungen mit Umwegen für Landwirtschaft, Anwohner und touristischen Verkehr. Umso erfreulicher ist die Ankündigung, dass der Baustart für den Ersatzneubau nun im Sommer erfolgen soll.
Der Termin in Venhaus hat zugleich gezeigt, warum viele Infrastrukturprojekte mehr Zeit benötigen, als sich die Menschen vor Ort wünschen. Begrenzte Haushaltsmittel, Fachkräftemangel, technische Anforderungen und aufwendige Ausschreibungsverfahren stellen alle Verantwortlichen vor große Herausforderungen. Umso wichtiger bleibt es, dass zentrale Projekte konsequent weitergeführt werden.
Ich nehme aus dem Termin mit: Für das Emsland und die Grafschaft Bentheim bleibt der Dortmund-Ems-Kanal ein entscheidender Standortfaktor. Wir wollen wirtschaftliche Entwicklung sichern, Lieferketten stärken und Güterverkehr sinnvoll organisieren, in dem wir verstärkt in Wasserstraßen, Schleusen und Brücken investieren.