Auf Einladung der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen und des Bundesverbands Obstbau durfte ich bei den Norddeutschen Obstbautagen 2026 vor rund 400 Landwirtinnen und Landwirten die Festrede halten. Die Norddeutschen Obstbautage fanden auch in diesem Jahr im Alten Land in der Region Niederelbe statt. Mit rund 10.000 Hektar Anbaufläche und etwa 500 Betrieben zählt die Niederelbe zu den wichtigsten Obstanbauregionen Deutschlands. Der Schwerpunkt liegt auf dem Apfelanbau – regional erzeugt, mit kurzen Wegen und hohen Qualitätsstandards.

Beim Messerundgang durch die Altländer Festhalle in Jork sowie in zahlreichen Gesprächen mit Ausstellern, Verbänden und Obstbäuerinnen und Obstbauern wurde deutlich, wie modern und technikgetrieben der Obstbau heute arbeitet. Rund 200 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentierten aktuelle Technik und Innovationen. Besonders beeindruckt haben mich die Entwicklungen im Bereich der digitalen und KI-gestützten Präzisionslandwirtschaft von intelligenter Sensorik über datenbasierte Ertragssteuerung bis hin zur Automatisierung in Anbau, Ernte und Aufbereitung.

Gleichzeitig war in vielen Gesprächen spürbar, wie groß der wirtschaftliche Druck auf die Betriebe ist. Die aktuelle Preislage, steigende Produktionskosten und wachsende regulatorische Anforderungen belasten viele Obstbaubetriebe erheblich. Wer allerdings regionale Lebensmittelproduktion erhalten will, muss für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen. Das ist auch Anspruch der Agrarpolitik der neuen Bundesregierung in Berlin.

Besonders gefreut hat mich, dass mit Marco Mohrmann und mir zwei Agrarpolitiker der CDU vor Ort geladen waren und wir die Gesprächsinhalte mit in unsere politischen Gremien einbringen werden. Fest steht: Unsere Obstbäuerinnen und Obstbauern leisten tagtäglich einen unverzichtbaren Beitrag zur regionalen Versorgung und zur Wertschöpfung im ländlichen Raum. Dieses Engagement verdient Anerkennung – und eine Politik, die ihnen den Rücken stärkt.

Mein Fazit nach den Norddeutschen Obstbautagen 2026 in Jork: Der deutsche Obstbau ist fachlich stark, innovationsorientiert und bereit für die Zukunft. Jetzt kommt es darauf an, dass die politischen Rahmenbedingungen in Europa, im Bund und im Land Schritt halten.