Sebastian Mers während seines Aufenthaltes in Oregon (Quelle: Sebastian Mers / privat)

Sebastian Mers verbringt als Stipendiat des PPP für junge Berufstätige ein Jahr in den Vereinigten Staaten. Seine Erfahrungen schildert er hier. (mehr …)

Mariah Littley und Albert Stegemann
Mariah Littley und Albert Stegemann

Haselünne. Seit einer Woche lebt die Amerikanerin Mariah Littley in Haselünne. Warum der Austauschschülerin die Stadt ans Herz gewachsen ist und sie bald Deutsch studieren wird, erzählte Sie nun dem CDU-Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann. Dieser ist im Rahmen des Parlamentarischen-Patenschafts-Programm des US-Kongresses und des Deutschen Bundestag ihr Pate während ihres einjährigen Aufenthalts in Deutschland.

Austauschschülerin Mariah fühlt sich in Haselünne sichtlich wohl

Mariah schätzt die kurzen Wege in Haselünne, und dass die Stadt ihren eigenen Charme besitzt , gerade in der Weihnachtszeit. Zudem verspürt sie dankt der warmen Art der Gasteltern kaum Heimweh. Auch in der elften Stufe des Kreisgymnasiums fühlte sie sich schnell heimisch. Dabei sei die Schule anspruchsvoller als in den USA. Hier hat sie zehn Kurse, dort nur sechs. Auch habe sie lernen müssen, dass sie nicht immer zu den Besten zähle. „Das war am Anfang nicht einfach, für mich aber eine umso wichtigere Erfahrung“, so Mariah.

Dass sie Herausforderungen liebt, wird deutlich, wenn man sie Deutsch sprechen hört. Redet sie, klingt es nach jahrelangem Unterricht. Doch in der Schule hatte sie nie Deutsch. So hat sie erst vor gut einem halbem Jahr angefangen, unsere Sprache zu erlernen. Ihr Geheimrezept: Viele Bücher lesen, einen mehrwöchigen Intensivsprachkurs besuchen, nur Deutsch sprechen und aktiv Verbesserungen einfordern. Die Früchte ihrer Anstrengungen sind hörbar. Hörbar ist ferner, dass es ihr viel Spaß bereitet. So sehr, dass Sie ab kommenden Sommer in den USA Deutsch studieren wird. Die Zusage der Universität hat sie bereits.

Dankbar ist Mariah für das Parlamentarische-Patenschafts-Programm. Ohne die Unterstützung können sich viele Interessierte das Austauschjahr gar nicht leisten. Dabei seien Programme wie dieses wohl die geglücktesten Projekte zur Völkerverständigung. Denkt der Amerikaner an Deutschland, habe er schnell Bier, Berge, Lederhosen und „Nazis“ im Sinn. Ein Besuch in Deutschland sei da die beste Medizin gegen derartige Klischees.

Umso unglaublicher ist es für Mariah, dass von Deutschland in den Dreißiger- und Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts ein derart dunkles Zeitalter ausgegangen sei. Stegemann verwies auf den wichtigen Beitrag Amerikas zur Demokratisierung Europas in der Nachkriegszeit. Das Ideal einer wehrhaften Demokratie sei ein verbindendes Band zwischen den beiden Kontinenten. „Mariah ist eine wichtige Botschafterin Amerikas in Deutschland, später ist sie aber auch eine wichtige Botschafterin Deutschlands in der Welt“, betonte Stegemann. Umso mehr freut es ihn, dass sie Gefallen an Deutschland gefunden hat. Städte wie Marburg und Münster hat sie bereits besucht. Berlin, Dresden und Hamburg stehen noch auf ihrer Liste. Besonders auf die Hanse-Stadt freut sich die Siebzehnjährige, wird sie dort doch Ihren Bruder wiedersehen. Er lebt seit anderthalb Jahren in Deutschland und hatte bei ihr erst das Fieber für das Land in der Mitte Europas geweckt.

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm organisiert und finanziert den Austausch von SchülerInnen und Auszubildenden zwischen den beiden Ländern. Ab dem Frühjahr 2014 können sich Interessierte für das Programmjahr 2015/2016 bewerben. Weitere Informationen unter: www.bundestag.de/ppp.

SeVana mit Ihrer Gastmutter Mona und Ihrem Paten vor dem Stiftscafé in Wietmarschen
SeVana mit Ihrer Gastmutter Mona und Ihrem Paten vor dem Stiftscafé in Wietmarschen

Wietmarschen. Familie Langner hat in diesem Jahr besonderen Besuch. Seit August lebt bei ihr die Austauschschülerin SeVana Bierman aus den USA. Möglich macht dies das Parlamentarische-Patenschafts-Programm (PPP) des US-Kongresses und des Deutschen Bundestages. Am Freitag lernte SeVana nun gemeinsam mit ihrer Gastmutter Mona Ihren „Austauschpaten“, den CDU-Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann, kennen.

SeVanas strahlendes Lächeln macht auf Anhieb deutlich: Die Siebzehnjährige, die aus einem Vorort in der Nähe von Saint Louis, Missouri, stammt, fühlt sich im Emsland und der Grafschaft Bentheim wohl. So hat sie in ihrem Wohnort Wietmarschen und an ihrer Schule, dem Franziskusgymnasium in Lingen, schnell Freunde und Anschluss gefunden. Hin und wieder hadert die Amerikanerin zwar noch mit einem passenden deutschen Wort, ihre Fortschritte sind aber unüberhörbar.

Junge Amerikanerin lebt auf Einladung des Bundestages in Wietmarschen

Besonders freut sie sich, gute Gasteltern gefunden zu haben. Dabei haben beide Seiten eher durch Zufall zueinandergefunden. „Unsere Tochter ist für ein Austauschjahr in den USA“, berichtet Gastmutter Mona. Daher habe sich die Familie entschlossen, eine Amerikanerin bei sich aufzunehmen. Die Entscheidung haben die Gasteltern nicht bereut. Sie nutzen das Jahr, um SeVana Deutschland zu zeigen und dabei Deutschland selber neu zu entdecken. Besonders die Weihnachtsmärkte in Trier und Bonn haben SeVana gefallen. Aber auch in Wietmarschen sind ihre Wochen gut gefüllt. Dreimal wöchentlich spielt sie Posaune, nimmt zudem beim SV Wietmarschen am Volleyballtraining teil. In der freien Zeit kocht sie mit ihrem Gastvater Holger. So bereiteten beide Ende November ein echt amerikanisches „Thanksgiving dinner“ zu. Die Rezepte steuerte ihre Mutter aus den USA bei, die dank Videotelefonie über das Internet „mit am Tisch saß“.

Mittlerweile hat SeVana auch erste Unterschiede zwischen beiden Ländern ausgemacht. „In Amerika sind wir immer ‚busy‘ ” also beschäftigt. Die Deutschen trinken erst einmal Tee und entscheiden dann. Das ist toll. Es gibt mehr Zeit zum Nachdenken und man trifft häufiger die bessere ‚choice‘ ” die bessere Wahl“, stellt SeVana fest. Sie scheint ein gutes Gespür für Menschen zu haben.

Im Mai geht es für SeVana nach Berlin, wo sie Albert Stegemann wiedertreffen wird. Für den frischgewählten Bundestagsabgeordneten ist SeVana die erste Stipendiatin, die er betreut. Schnell hat er das Patenschafts-Programm zu schätzen gelernt. „Es gibt ein altes Sprichwort: ‚Man bereut nicht seine Fehler, sondern nur die Dinge, die man nicht gemacht hat“, so Stegemann. Daher sei es gut, Erfahrungen zu machen und die Welt in Ihrer Verschiedenartigkeit kennenzulernen.  SeVana gehe das mit ihrer Lebensfreude und Offenheit völlig richtig an.

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm organisiert und finanziert den Austausch von SchülerInnen und Auszubildenden zwischen den beiden Ländern. Ab dem Frühjahr 2014 können sich Interessierte für das Programmjahr 2015/2016 bewerben. Weitere Informationen unter: www.bundestag.de/ppp.